Nachwuchsringer reisen ins tschechische Teplice

Bericht von Kati Blachut

Am 09.09.2017 fuhren 14 junge Ringer zu einem tschechischen Gedenkturnier nach Teplice. Hier sollten alle wertvolle Erfahrungen sammeln, was den griechisch-römischen Kampfstil betraf, denn die tschechischen Ringer lernen von Anfang an nur diese eine Stilart.

6:30 Uhr ging es an unserer Ringerhalle los. Über die Grenze gefahren, wurde die tschechische Republik neugierig beäugt und sich so die ein oder andere Meinung gebildet. Überrascht waren wir alle von der Turnhalle, in der gerungen wurde. Groß, neu, sauber, super, nicht vergleichbar mit deutschen Hallen in denen Ringerturniere ausgetragen werden. Super war auch, dass wir unsere Startgebühr in Euro zahlen konnten. Es traten sechs tschechische Vereine an und wir. Insgesamt waren es an die 100 Kinder. Schwierig auszusprechen für die tschechischen Ansager, waren die deutschen Namen. Daher war der Wettkampfbeginn etwas hektisch. Doch nachdem sich das Schreiberteam Katja Schüßler, Samantha und Nancy Fritzsche an den Schiedsrichtertischen Stammplätze „erkämpft“ hatten, lief es. Das Bewertungssystem weicht etwas von unserem ab und auch die Altersklassen sind anders eingeteilt.

Bis zum Siegerpodest setzte sich Merlin Fritzsche in der bis 31 kg-Klasse der Altersklasse (AK) 2008/2009 durch und errang hierzu vier Siege. Von insgesamt sieben Gegnern konnte sich Jeremias Schlegel noch unter die ersten sechs durchringen. Iwen Negwer schied leider aus .

Ebenfalls insgesamt sieben Kontrahenten befanden sich in der  bis 25 kg-Gewichtsklasse von Rodrigo Hartig und Marick Schüßler. Beide errangen in ihren Pools nur einen Sieg. Aufgrund des Dreierpools ging Rodrigo als Dritter hervor und konnte somit um Bronze Ringen. Technisch unterlegen verlor er und wurde Vierter. Um Platz fünf ging es bei Marick. Mit Wut im Bauch über seinen missglückten Turnierstart konnte er einen Schultersieg erringen und wurde Fünfter.

In der o. g. AK rang Julien Markert in der bis 35-kg Klasse und hatte drei Kämpfe zu absolvieren. Den ersten Kampf verlor er noch, aber im zweiten und dritten Duell konnte er jeweils mit einem Kopfhüftschwung seine Gegner bezwingen und holte sich so überraschend die Silbermedaille.

Unsere ältesten Teilnehmer Nils Brendel (-43 kg) und Erik Negwer (-39 kg) in der AK 2004/2005 hatten jeder zwei tschechische Gegner. Nils verlor leider seine Kämpfe, den ersten sogar in Führung liegend, und wurde Dritter.

Erik hatte vorerst ein Freilos, konnte den nächsten Kampf für sich entscheiden und musste sich aber im letzten Kampf dem flinkeren und routinierteren Barlosik, Filip gegenüber geschlagen geben. Silber für Erik.

Eine ungewöhnliche Zusammensetzung ergab sich in der AK 2006/2007, denn die AK`s sind bei uns in B- und C-Jugend getrennt. Daher standen sich beim Kampf um die Platzierungen mitunter Moritz Ose, Luke Schmalfuß, Oliver Schwabe und Alexander Putz “im Weg”.

Unter insgesamt acht Teilnehmern verlor Alex drei Kämpfe und schied aus. Im Gedächtnis geblieben ist eine schöne Schleudertechnik im zweiten Vergleich, die Alex vorerst zur Führung verhalf, die er leider nicht halten konnte. Oliver hingegen machte seine Sache besser und verlor gegen den späteren Sieger nur diesen einen Poolkampf. Luke konnte nur einen Vergleich gegen seinen Teamkameraden Moritz gewinnen, ging aufgrund eines kleineren Pools als Dritter aus diesem hervor. Oliver und Luke entschieden nun die letzte noch zu vergebende Medaille unter sich.

Früher waren diese internen Duelle immer ausgeglichen, da sich der Leistungsstand glich. Aufgrund der besseren Trainingsleistung ist Oliver an Luke vorbei gezogen, gewann und erkämpfte sich somit die Bronzemedaille. Luke wurde Vierter und Moritz Fünfter.

Tim Kotzur und Leon Blachut rangen im -35 kg-Limit unter acht weiteren Startern, wobei Tim im Pool durchgereicht wurde und wegen einer verletzungsbedingten Aufgabe um Platz 5 ringen durfte. Hier kam er endlich zum Zug und zeigte, dass er gewinnen kann.

Leon steuerte mit zwei Schultersiegen und einem technischen Überlegenheitssieg das oberste Treppchen an. Sein Finalkampf war der letzte des Turniers und auch der mit dem umstrittensten Ergebnis. Dominik Kubes wurde mehrfach aufgrund unfairem Ringens und Passivität mündlich ermahnt, aber erst 10 Sekunden vor Ende mit Gegenpunkten bestraft. Dass es in einem Kinderturnier Gegenpunkte aufgrund passiven Verhaltens geben muss, habe ich selbst noch nie erlebt. Leon verlor den Kampf mit 3:4 und wurde Zweiter.

In der Zusammenfassung hat sich unser Nachwuchs durchgängig Mühe gegeben, mit „Unbekanntem“ klar zu kommen und wurde am Ende des Wettkampfes mit einem großen bronzefarbenen Pokal für die Teamleistung geehrt.

Nach dem gemeinsamen Duschen statteten wir einem kleinen Café in Seiffen noch einen Besuch ab, ehe es dann weiter zur Regionalligaunterstützung unserer Seniorenmannschaft nach Gelenau ging. Danach ging ein langer sportbegeisterter Tag zu Ende und die Kinder wurden vor der Haustür gegen 22:30 Uhr wohlbehalten abgeliefert.

Bedanken möchte mich mich bei der Familie Nancy, Samantha und Uhu ;-) Jörg Fritzsche, Michael Negwer und Katja Schüßler, die mich tatkräftig bei unserem grenzüberschreitenden Ausflug unterstützten. Zum Glück hatte sich meine Tochter als unterstützende Trainerin noch zur Verfügung gestellt. Danke Jenny :-)

 

Kommentieren