Geschichte

Ringen zählt zu den ältesten Sportarten und wurde in allen Zeiten und von allen Kulturen aktiv betrieben. Der kriegerische Kampf stand am Anfang der Entwicklung, später wurde ein Sport daraus.

Ringen

Ringen

Die ersten authentischen Hinweise findet man bei den Sumerern (3. Jahrtausend v. Chr.) im Gilgamesch-Epos. In Ägypten war Ringen besonders beliebt. Fresken eines Grabmals der V. Dynastie (2450 – 2320 v. Chr.) zeigen 6 Kinderpaare beim Ringen. 400 Zeichnungen auf mehreren Gräbern in Beni Hassan (Oberägypten / 2040 – 1650 v. Chr.) verdeutlichen, dass besondere Techniken angewandt wurden.

Bei den Griechen erlebte Ringen einen weiteren Aufschwung. Die Sportart wurde für die Entwicklung des pädagogischen und kulturellen Bereiches für sehr wertvoll befunden. Ringen war zentrale Sportart und Erziehungsmittel. Schulsportfeste standen im Mittelpunkt. Der Anteil des Ringens bei diesen Wettkämpfen war so bedeutend, dass vier Fünftel aller Ehrungen Ringern gewidmet waren.

Homer lieferte (um 800 v. Chr.) die erste Schilderung über einen Ringkampf. Olympische Sportart wurde Ringen bei den Männern 708 v. Chr. Und für Knaben 632 v. Chr. Neben der Einzeldisziplin wurde Ringen die letzte und entscheidende Sportart des Olympischen Fünfkampfes (Pentathlon). Männer wie Pythagoras und Plato nahmen an großen Wettkämpfen teil, auch Aristoteles zählte zu den Ringern.

Kelten und Germanen übten sich im Ringen. Im Mittelalter wurde hierzulande gerungen, auch an den Höfen (z. B. beim Kurfürst Ernst von Sachsen). Englands und Frankreichs Könige (Heinrich VIII und Franz I.) trafen sich 1520 zu einem Ringkampf.

Um 1500 entstanden eine Reihe von Ringer-Lehrbüchern, darunter auch die “Ringerkunst” von Albrecht Dürer. Aus einem nicht bekannten Grund gingen die Aktivitäten im Ringen zurück, wie Martin Luther bedauerte. Im 18./19. Jahrhundert erlebte die Sportart mit der von Rousseau ausgelösten Welle “Zurück zur Natur” eine weitere Blütezeit.

Der Ringkampf wurde von Guts Muths und den Philanthropen Vieth und Basedow geschätzt und gefördert. Ende des 19. Jahrhunderts trugen französische Berufsringer entscheidend zum Aufschwung der Sportart in Deutschland bei.

Ende des 19. Jahrhunderts war Ringen in Deutschland weit verbreitet. Selbst Bayerns König Ludwig II. galt als hervorragender Ringer, auch wenn er seine Künste mehr im Verborgenen ausübte.

Ringen ist seit Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit in diesem Programm verankert. Der Ringer-Welt-Verband (FILA) bemüht sich um eine Aufnahme des Frauenringens in das olympische Programm, das nach 1989 in Deutschland wieder belebt wurde.